Ausgesuchte Dialoge aus meinen Stücken

 

Aus "Hotel Paradies" Komödie in 6 Kapiteln

Ibrahim: Ich will jetzt meinen Kaffee! Siehst Du hier Gäste? Ob Du hier Gäste siehst? Ich sehe nur einen Espresso trinkenden   Erzengel.

Gabriel:  Bilde ich mir das ein oder ist die Stimmung hier ein klein wenig gereizt?

Ibrahim: Ein Christ will mir sagen, was normal ist. Also wirklich! Zölibatärer Dogmatiker.

Matteo:   Aber Milch mit Honig, das ist normal? Nur weil Dein Prophet ein Alkohol Problem hatte.

Rabbi:     Du bildest es Dir nicht ein.

Eva:         Toleranz ist neu für sie.

 

Aus "Hotel Paradies" Komödie in 6 Kapiteln

Eva:        Könnte man sagen, dass Don Matteo auf den ersten Gast wartet, wie die Christen auf Christus warten?

Gabriel: Gewagt, aber als Problem vergleichbar.

Eva:        Also ist alles eine Frage des "wann"?

Gabriel: Im Falle des Gastes, ja, im Falle Christi, nein.   

Eva:        Eva braucht Unterweisung.

Gabriel: Lass mich raten: Der ist von Ibrahim.

Eva:        Ja.

Gabriel: Pass auf, Fräulein Eva: Christus kommt nicht wieder. Ein Gast könnte kommen.

Eva:        Oh nein! Sag das bitte nicht Don Matteo. Das würde ihm das Herz brechen.

Gabriel: (lacht) Herz Jesu! Keine Sorge, tu ich nicht. Aber das Herz bräche dem nicht.

Eva:        Er glaubt daran.

Gabriel: Eben. Er ist Katholik. Die geben nicht so leicht auf.

 

Aus "Das Wirtshaus im Spessart" Schauspiel mit Gesang 

Philip: Was, in Gottes Namen, fürchtest Du denn?

Felix: Die Räuber. Du hast den Anschlag gelesen.

Philip: Weil die auf Dich wohl spechten. Die nehmen andere aus. Im Höchsten stören wir deren gerechten Schlaf.

Felix: Gerechter Schlaf! Du möchtest am Ende dieses Gottlosen noch rechtfertigen?

Philip: Die nehmen's denen, die genüglich haben.

Felix: Geben ist seliger, denn nehmen.

Philip: Amen.

Felix: Ja und Amen!

Philip: Geh, mich verdriesst das Gespräch. Wer suchet, der findet. Auf, damit mein Bier mich findet.

 

 

Aus "Das Wirtshaus im Spessart" Schauspiel mit Gesang 

Lied des Hannes

Es sitzt der Bürger im steinernen Haus,

zählt peinlich die gerafften Pilaster.

Sieht ängstlich zum gitternen Fenster hinaus,

ob ihm wer flöht den geraubten Zaster.

Draußt schleicht der Kunde in hämischer Kluft,

die dämlichen Wachter durch List schon gebunden.

Liegt schofel itzt Böses in galliger Luft,

erbrochen die Tür durch den grandigen Kunden.

Wie der nassige Bürger um Hilfe schreit,

zerschneidet das Messer die Gorgel.

"Zum Herrgott, Du Protzer, is nimmer weit",

Gott selbst schlägt zum Sterben die Orgel.

 

Aus "Olivers Onkel" Komödie

Albert: Gegenüber, ja. Ich sage jetzt mal, ich hüte gegenüber. Sie kennen ja Ihren Gegenüber.

Alexander: Nicht wirklich. Sie sind‘s nicht.

Albert: Nein, ich bin der Onkel. Der Onkel vom Gegenüber.

 

Aus "Olivers Onkel" Komödie

Alexander: Ich tippe auf die Kategorie Wunder. Bist Du religiös? Vielleicht haben wir dann eine Chance.

Oliver: Wunder. Mindestens. Ich wüsste eins.

Alexander: Ein Wunder?

Oliver: Sowas in der Art, ja. Hat was mit Onkel zu tun.

Alexander: Der Vogel von gegenüber? Kein Wonderman, wenn Du mich fragst.

Oliver: Nein, mein Onkel.

Alexander: Dein Onkel?

Oliver: Mein Onkel aus Amerika.

Alexander: Der Onkel aus Amerika. Du findest das witzig, nehme ich an?

Oliver: Es wäre ein Wunder.

Alexander: Nicht zu genau, bitte.

Oliver: Meine Tante hat...meine Tante ist...

Alexander: Deine Tante ist vermutlich mit deinem Onkel verheiratet.

Oliver: Tante Bettina ist vor Jahren ausgewandert. Nach Amerika.

Alexander: Ich glaube, das nennt man nicht mehr so.

Oliver: Hatte die Schnauze voll. Deutschland und das alles. Schwarzes Schaf, wenn Du so willst.

Alexander: Weil sie von Deutschland die Schnauze voll hatte? Also, wenn das ausreicht.

Oliver: Nichts gelernt und so. Weg von alledem hier.

Alexander: Ins gelobte Land. Vielleicht sind schwarze Schafe so naiv.

Oliver: Und hat dort einen Mann gefunden.

Alexander: Deinen Onkel nehme ich an.

Oliver: Genau genommen war's ihr dritter.

Alexander: Wo gezählt?

Oliver: Drüben. Nummer drei ist der Sechser im Lotto.

Alexander: Toll für Tante Betti.

Oliver: War, genau genommen. Tante Bettina ist schon länger tot.

Alexander: Klingt, als ob ihr euch sehr nahe standet.

Oliver: Hatte keine Zeit. Zur Beerdigung. War viel los an den Märkten.

Alexander: Können wir nochmal auf das Wunder zu sprechen kommen?

Oliver: Nummer drei war, ist: Ruben Berkowitz.

Alexander: Ruben Berkowitz. Der Ruben Berkowitz. Nicht irgendein Gebrauchtwarenhändler aus der Bronx, sondern Ruben Berkowitz?

Oliver: Der.

Alexander: Der mit den Fonds?

Oliver: Der.

Alexander: Der keinen unter einer Million reinlässt?

Oliver: Der.

Alexander: Ok, und der ist Dein Onkel?

Oliver: Angeheirateter Onkel.

Alexander: Mann, der ist Gott. Oder mindestens Papst.

Oliver: Fände er bestimmt lustig als Jude.

Alexander: Oh, Tante Betti hat einen Juden geheiratet. Seid ihr nicht katholisch?

Oliver: Du weisst, was Berkowitz von unsresgleichen hält?

Alexander: Katholiken?

Oliver: Investmentbankern.

 

Aus "2 nach Orff" Schauspiel mit Musik

Arthur: Schlechterdings kann ich keine Oper schreiben, deren Sujet es ist, dass mir nichts einfällt.

Klaus: Warum nicht?

Arthur: Weil das niemanden interessiert, mich eingeschlossen.

Klaus: Wenn das ein entscheidendes Kriterium für Oper wäre, würde so Einiges nicht auf die Bühne kommen.

 

 

Aus "2 nach Orff" Schauspiel mit Musik

Thea: Sie werden uns sehr attraktiv finden und das lohnt sich immer. Lust bereiten ist einer meiner Vorzüge. Wollen wir uns setzen?

Arthur/Klaus: Nein!

Krypto: Thea, langsam. Die Herren wollen erst einmal wissen, wer wir sind-

Arthur/Klaus: Ja!

Thea: Ach so. Machen wir es wie beim letzten Mal?

Krypto: Etwas weniger Unsinn, bitte.

Thea: Ich glaube nicht, dass es daran gelegen hat.

Krypto: Das ist keine Frage des Glaubens. Das ist konkrete Interpretation.

Thea: Jeder, was er kann.

Krypto: Können wir anfangen?

Kleine Pause. Die Damen bauen sich vor den Herren auf. Percussion spielt

Thea: Guten Abend, lieber Herr Arthur und ebenso und gleichzeitig Guten Abend auch lieber Herr Klaus. Dieser Abend ist Abend Ihres Glückes; Sie werden Dank uns Ihre Bestimmung finden und dem Göttlichen sehr nahe kommen. All Ihre Sorgen, Ihr Grübeln werden wir mit einem sanftem Hauch verblasen. Ihre Vereinigung mit uns wird himmlische Früchte tragen, denn wir sind...

Krypto: Thea und...

Thea: ...Krypto. Zusammen sind wir...

Krypto: ...die vergessenen Musen!

Thea: Neben mir sehen Sie, Krypto, die vergessene Muse des Geistes zwischen den Zeilen -

Krypto: - und diese bezaubernde junge Dame ist Thea, die vergessene Muse des Unsinns.

Kleine Pause. Die Damen erwarten Beifall oder Begeisterung.

Arthur: Ich glaub's nicht.

Klaus: Junge, Junge, Musenbesuch.

Thea: Wollen wir uns setzen?

Arthur/Klaus: Ja.

 

 

Aus "Charleys Tante" Komödie

Charley: Stell Dir vor, Tante wäre mit der Titanic gekommen.

Jack: Die fuhr in die andere Richtung.

Charley: Nur angenommen. Dann wäre sie jetzt tot.

Jack: Meine Güte, Charley, sei nicht morbid. Außerdem retten sie die Reichen immer zuerst.

Charley: Ja, aber es war Nacht.

 

 

Aus "Charleys Tante" Komödie

Jack: Brassett?

Brassett: Ja, Sir?

Jack: Du willst Du heute Abend frei haben?

Brassett: Ja, Sir.

Jack: Du gehst auf Deinen Dienerball?

Brassett: Sehr wohl, Sir.

Jack: Du trittst dort auf?

Brassett: Wie Sie wissen, Sir. Eine Kleinigkeit zur Belustigung der Kollegen.

Jack: Und Du gibst dort?

Brassett: (ein wenig genant) Königin Mutter, Sir. (kichert)

Charley: Gute Güte!

Brassett: Verzeihung, Sir. Ein Spaß für unsereinen.

Jack: (fest) Hol Dein Kostüm, Brassett.

Brassett: Sir, ich geniere mich.

Jack: Hol Dein Kostüm.

Brassett: Wenn Sie meinen, Sir. Sie dürfen aber nicht lachen. (ab)

Charley: Jack, würdest Du so freundlich sein und mir erklären...

Jack: Sei ruhig und verdirb es nicht. Wir machen eine Tante aus ihm.

Charley: (geschockt) Nein!

Jack: Doch. Eine andere bekommen wir nicht. Also nutzen wir die Chance. Und spiel mit, Herrgott!

 

 

Aus "Heute bei uns" Schauspiel

Meine Frau: Schau, was sie mir geschenkt hat!

Ich: (liest den Buchtitel) "Melancholischer Treibsand". Lass mich raten.

Ärztin: Für Dich ist es auch was. Aber Du brauchst ja keine Ratgeber.

Ich: Nur Dich.

Ihr Mann: Habt Ihr gelesen, was in Berlin passiert ist?

Ärztin: Schaden würd's Dir nicht.

Ich: Bestimmt nicht. Aber ich warte lieber auf das nächste Buch, welches mir sagt, dass ich alles anders machen  

soll, wie in diesem Buch empfohlen. "Fröhliche Sandbank".

Ärztin: Gut, wenn einer schlauer ist, als alle anderen.

Meine Frau: Du brauchts es eh nicht zu lesen. Du findest in Selbstanalyse heraus, was Dir fehlt.

Ich: Ratgeber bestimmt nicht.

Ärztin: Das ist das Schöne an Dir, zugeben wirst Du es nie. Solange Du es Deiner Frau nicht verbietest.

Ich: Ist das eine Option?

 

Aus "SO!" Schauspiel

Max: Also lasse ich Dir Deine Affaire.

Sophie: Also lasse ich Dir Deinen Schmerz.

Max: Wenn Du meinen Schmerz begriffen hast...

Sophie: ...kann ich deinen Schmerz empfinden.

Max: Wenn wir beide den Schmerz akzeptiert haben...

Sophie: ...haben wir eine Zukunft. Beide durften an und mit sich etwas Echtes erleben.

Max: Begriffen? Wenn nicht, gleich nochmal die Szene anhören. Ansonsten zeigen Euch Sophie...

Sophie: ...und Max in der nächsten Szene das:

Beide: SO!

 

 

Aus "Verflucht von Jesus" Schauspiel

Shaitan: Ich habe es Euch gesagt.

Jesus: Das hast Du. Aber es ist noch nicht zu Ende.

Shaitan: Wann wird es zu Ende sein?

Jesus: Frag die andern.

Shaitan: Du bist die Andern.

 

 

Aus "Verflucht von Jesus" Schauspiel 

Jesus: Das in der Wüste warst nicht Du?

Shaitan: Nein. Du weichst aus. Am Ölberg, das war ich. Den Souffleur am Kreuz habe ich auch gerne gegeben.

Jesus: Ich verstehe Dich nicht.

Shaitan: Lass diesen Kelch an mir vorüber gehen. Das war auch ich.

Jesus: Das war ich!

Shaitan: Du bist naiv. Warst Du immer.

 

 

Aus "Über meinen Schwager - später" oder "Kowalsky" Quasi Operette

Elsa: Ist der Eimer bereit?

Rudolf: Im WC.

Elsa: Stell ihn unter den Tisch. Es wäre ein Weihnachtswunder, wenn meine Schwiegertochter auf Karpfen

nicht speien müsste.

Rudolf: Wunder geschehen immer wieder.

Elsa:  Bei der nicht.

 

 

Aus "Über meinen Schwager - später" oder "Kowalski"

Arie der Elsa. 1. Akt, Nr. 1. "Wo ist der Zucker für meinen Salat"

Wo ist der Zucker für meinen Salat,

Zuckrig macht lustig, ölig malad.

Da uns schlägt die rettende Stund',

Süßes für weltlichen Mund.

 

Die weißen Kristalle an jedem Blatt,

versüßte Salate, nur die machen satt.

Und mögens die Kinder nicht leiden,

da muss sich der Gaumen bescheiden.

Wir sollen die Kinder erziehn,

sei's Ekel, hier wird nicht gespien.

So mundet die Heilige Nacht,

süße Salate zur Krippe gebracht.

 

Darum muss ein Zucker an meinen Salat,

zuckrig macht lustig, ölig malad.

Esst nur und werdet gesund,

Gaben für weltlichen Mund.

 

Her mit dem Streuer, Rudolf, oh Mann,

s'gibt keine Versalten, wie Liebe es kann.

Das ist die Würze, so macht es Sinn,

gültig für Mütter von Lübeck bis Wien.

Ihr Kinderlein kommet zur Mutti nach Haus,

Elsa hat Rudolf und gottlob nicht Klaus.

 

Wo ist der Zucker für meinen Salat,

zuckrig mach lustig, ölig malad.

Rudolf, oh Rudolf, steh mir parat,

was wär's ohne Zucker doch fad.

 

 

 

Aus "Der Hauptmann" Kirchenoper

Optio: Hauptmann Longinus?

Longinus: Derselbe.

Optio: Vierte Kohorte der zehnten Legion?

Longinus: Derselbe.

Optio: Hauptmann unterm Kreuz?

Longinus: Derselbe.

Optio: Du bist verhaftet. Folge mir.

Longinus: Lasst Eure Schwerter stecken, Freunde. Ich bin, der ich jetzo bin: Der Hauptmann unterm Kreuz.

 

Aus "Brudermord" Bayerisches Drama 

Regina: Jetzt hör halt amol mit'm Trinka auf. Am hellerlichten Tag.

Joachim: Weil's Di was angeht.

Josepha: Allaweil tuasd eam kritisieren.

Regina: Weil er allaweil am Trinka is.

Josepha: Wird's scho wissen.

Regina: Werst scho Du wissen, warums des sogst.

Josepha: Leicht scho, Fräulein Regina.

Regina: Schau ma wia's nausgeht, Josepha. A Mensch hod daherin no nia wos zum Sogn ghabt.

Josepha: Wia se hoid ois ändert im Lebn.

Joachim: A Ruah is, Herrgottsakrament! Weiberleit!

Josepha: Allaweil duads mi...

Joachim: A Ruah, hob I gsagt. (Pause) Itzt sog hoit Du a amoi eppas, Vatta.

Vater: Was soid grad I sogn? Is wia's is.

Joachim: Aba wia's werd. Braucha duad des koana. Den koana.

Regina: Was Du grad brauchst dersicht ma leicht.

Joachim: Auf des werd's scho an Schnaps braucha.

Vater: Is wia's is.

Joachim: Na! Kimmt der zruck. Was mua der itzt zruck kemma? Braucht's den? Braucht's den? Ob's den braucht?

 

 

Aus "In Gottes Namen" Oper 

Mutter ohne Namen:

(zur Musik, rhythmisch)

Ich bin, ich bin die Mutter ohne Namen

die, als dann die Reiter kamen

dem Zorn der letzten Tage ausgesetzt

das Schwert hat mir das Kind zerfetzt

(gesprochen)

So vieles steht im Buch geschrieben. Bezeugt mir einen waltenden Sinn. Und als die Mütter aus dem Garten kamen, fand sich für ihre Frucht aus Tod. Wenn ein Biss die Ewigkeit vertrieb, muss Leben einen Todesgrenze haben. So wurden alle Menschen Schöpfer, da sie Erkenntnis aßen. Sie lernten zu erkennen. Und wurde Eine von Einem erkannt, gebar sich eine vom Gotteskind zurMutter. Doch Schöpfermensch, was hast Du denn ersonnen? Aus gepressten Schreien kroch sich ein Wunder - neuer Mensch. Lassdoch die Wunder wachsen, bis Du dem Tod gehörst. Statt die Wunder zu bewundern, musstest Du die Wahrheit finden. Reicht denn Erkenntnis nicht?

(gesungen)

Wenn Menschen sich die Wahrheit finden

gibt es davon immer zwei, wenn zwei, dann drei

und auch bis acht.

So ward der Krieg geboren,

der uns die Kinder nimmt.

So wurden wir zu Müttern ohne Namen,

die überall zu finden sind,

wo Menschen Recht statt Liebe rufen.

 

Aus "Melvin - ein Engel für die Stadt" Weihnachtsstück in VIII Szenen

Polizistin: Entschuldigen Sie, Polizei. Was machen Sie hier?

Melvin: Die Botschaft an die Menschen bringen.

Polizistin: Aha. Darf man fragen welche?

Melvin: Kein Fernseher an Weihnachten und keine Weihnachtsmänner. Gar keine.

Polizistin: Wie bitte?

Melvin: Bei Einbruch der Dunkelheit.

Polizistin: Was soll das?

Melvin: Andernfalls lassen wir Weihnachten ausfallen.

Polizistin: Wollen Sie sich lächerlich machen? Wer wir?

Melvin: Gott, der Herr. Ich bin der Engel Melvin.

Polizistin: Und Gott, der Herr, hat Sie gesandt, um den Menschen zu verkünden, dass Weihnachten ausfällt?

Melvin: Ja. Aber nur wenn gefernseht wird oder die Weihnachtsmänner kommen.

Polizistin: Melvin - Sie sind nicht von hier?

Melvin: Nein, völlig fremd. Von sehr weit weg.

Polizistin: Haben Sie eine Aufenthaltsgenehmigung?

Melvin: Ja, von ganz oben.

Polizistin: Berlin?

Melvin: Weiter oben.

Polizistin: Schweden, Sie Witzbold?

Melvin: Nicht von dieser Welt. (zeigt zum Himmel) Von dort oben.

Polizistin: Ah, jetzt verstehe ich. Sie sind ein Engel namens Melvin, der auf die Erde kommt, um die Menschen zur Umkehr zu bewegen?

Melvin: Sehr richtig. Wohnen Sie hier?

Polizistin: Ich brauche Ihren Ausweis, Sie Heiliger?

Melvin: Ich bin kein Heiliger.

Polizistin: Ihren Pass, Herrgott!

Melvin: Einen Pass habe ich nicht, nur eine Auftrag.

Polizistin: Das kennen wir.

Melvin: Woher?

 

Aus: "Die Schöne Helena" - Operette  von Jaques Offenbach

Helena: A prospos Götter, was Neues über die Berg Ida Episode?

Kalchas: Paris hat Venus des Apfel gegeben.

Helena: Wie süß!

Kalchas: Die andern Damen sind sauer.

Helena: Und die Belohnung? Götter belohnen immer, wenn sie die Hauptrolle kriegen.

Kalchas: La plus belle femme du monde.

Helena: Aber, das bin doch ich?

Kalchas: Offenkundig. Sichtlich.

Helena: Aber, ich bin verheiratet?

Kalchas: Ja.

Helena: Aber, die Göttin hat`s versprochen?

Kalchas: Ja.

Helena: Aber, was Götter versprechen müssen sie halten?

Kalchas: Ja. Meistens.

Helena: Oh, ich spüre es. Ich spüre es.

Kalchas: Was?

Helena: Das Schicksal. Mein Schicksal.

Kalchas: Welches genau?

Helena: Gegen das Schicksal kämpfen Götter selbst vergebens.

Kalchas: Oh, ja.

Helena: Ich muss mich also fügen?

Kalchas: Ja.

Helena: Und mein armer Menelas wird toben?

Kalchas: Anzunehmen.

Helena: Man wird mich als Flittchen beschimpfen?

Kalchas: Das zumindest.

Helena: Und dieser Paris ist Ausländer?

Kalchas: Ja. Troja.

Helena: Wenigstens das. Kommt man gegen sein Schicksal an?

Kalchas: Fragen Sie Ödipus' Mutter.

 

Aus: "Ihr habt Pardon! Weihnachten - Sendling - 1705"

 Trommler: Wer will fleissige Kriegsleut sehn, der muss nur nach Bayern gehn

                      Schieße hin, schieße her, durch den Bauch, das ist nicht schwer.

 

                     Wer will eifrige Schlächter sehn, der muss nur nach München gehn

                     Treib sie hin, treib sie her, metzeln, das ist nicht so schwer.

 

                     Wer will blutige Leiber sehn, der muss nur nach Sendling gehn

                      Ohne Arg, ohne Wehr, Leichenhaufen riechen sehr.

 

                     Wer will schändliches Unrecht sehn, der muss nur zum Kirchhof gehn

                     Schrei nach Gott, was das sein, glaub mir das geht auch vorbei.

 

                    Wer will traurige Menschen sehn, der muss nur auf Erden gehn

                    Diente hier, betet her, Gott und Kaiser sei die Ehr.

 

Aus "Ihr habt Pardon! Weihnachten - Sendling - 1705"

Nachrichtensprecher: Zusätzlich sind die Reichstruppen des Oberst de Wendt mit sofortiger Wirkung nach München

                                        beordert worden. Die im Felde stehende Heeresgruppe Kriechbaum kann jederzeit wenden.

                                        Die Stadt ist gerüstet und die Lage unter Kontrolle. München, den 21. Dezember 1705,

                                        gezeichnet, Löwenstein, Administrator.

 

Aus "Ihr habt Pardon! -Weihnachten - Sendling - 1705"

1. Mann: Hat einer den Hans gesehen?

2.Mann: Abgesetzt. Als Aberle nach Sendling befahl.

3.Mann: Lauft's zu! Die Reiterei setzt nach!

4.Mann: In Sendling gibt's Schutz.

5.Mann: Aber keine Artillerie.

6.Mann: Etliche sind ertrunken. Ich hab's gesehen.

2.Mann: Wir müssen geordnet zurück!

4.Mann: Was redest Du von Ordnung? Die nackte Haut retten.

3.Mann: Wer hat das Kommando?

5.Mann: Keiner mehr. Blöde Frag.

6.Mann: In Sendling haben's Wälle.

1.Mann: Hoffen wir's.

6.Mann: Da vorn sind andre von uns!

4.Mann: Wenn alles nichts hilft, schlagen wir Pardon.

3.Mann: Die werden wieder auf die Stadt zurück gehen.

5.Mann: Werden sie nicht. Wo sie uns schon haben.

2.Mann: Uns haben die nicht.

3.Mann: Lauft's zu! Die Hufe kann ich schon hören.

6.Mann: Gefallen. So viele.

2.Mann: So dicht waren wir dran.

5.Mann: Was willst machen gegen eine Armee.

3.Mann: Das war Verrat. Die Stadt war stumm.

1.Mann: Die Tore zu. Gesagt haben sie, wir müssten bloß reinspazieren.

3.Mann: Verrat! Anders nicht.

 

Aus "Menscher - Worte für Theres"

 Chor:    Schau,is nix, was Du erhören kannst.

              Alloa mit Dir und uns liegst am Herrgott in der Zeit.

              Drum kannst Du uns ruhig Worte geben;

              in deren stetem Fluss macht sich ein Sinn bereit.

              Den muss es doch für alles haben.

              Blickst Du auch so anderscht über Dich und Deine her,

              am End wirst dann wie alle wissen -

              Musst nur reden mit die Leit.

              Drum sag - wer bist?

Theres: Theres.

Chor:    Theres, sag - was tust?

Theres: Mitterdirn.

Chor:    Theres, Mitterdirn - wem horchst?

Theres: Dem Bauern horcht die Mitterdirn.

Chor:    Theres, Mitterdirn vom Bauern - wo kommst?

Theres: Dahoam. Die Muatta gab mirs Dahoam.

Chor:    Theres, sag, was schafftst itzt hier?

Theres: Taug neamd nix mehr. Muatta sagt mir los, Bauer sag mir End, Pfarrer sagt mir Straf, Knecht sagt mir Schand.

              Ko mir selba sagn, wer I no bin.

Chor:    Theres, Du hast a Gschicht für uns.

              Lass raus, wir hören Dich brav aus

              und tragen's ratschend nicht herum.

              Sag uns von Dir, es liegt ein Leid in Deinem Ich.

              Such es rauszubringen, kleines Häuflein Mensch.

              Heisst es auch Worte würgen, so ist es besser doch,

              als elendsreich an dicken Knoten zu ersticken.

              Wir richten nicht, wir hören bloß,

              und wenn Du magst auch zeugen.

Theres: Mir is nit wohl.

 

Aus "Immer schon und nächstes Jahr - Ostern im Wald"

 Kind:   Na, Gott sei Dank.

Mann: Womit ich mir nicht so sicher wäre.

Kind:   Jedenfalls bist Du sehr seltsam. Die Großen würden sagen: Interesant. Meistens sind das Spinner.

Mann: Der seltsam interessante Spinner hat Dir eine Frage gestellt, die jedes Kind beantworten kann. Fangen wir mit

             Oster Ei an. Was ist Oster Ei?

Kind:   Hühner kennst Du aber?

Mann: Hühner kenne ich.

Kind:   Sehr gut. Hühner legen was?

Mann: Hühner legen Eier.

Kind:   Genau! Eier sind oval und haben etwas darin.

Mann: Küken, letztlich.

Kind:   Wenn Du jetzt die Eier mit etwas anderem füllst, Schokolade, dann hast Du kein Hühnerei, sondern ein Schokoladen

             Ei. Das packt man in Folie, versteckt und verschenkt es zu Ostern, und genau das ist ein Osterei.

Mann: Ich finde zwar, das macht keinen Sinn und das mit dem Verstecken klären wir später. Jedenfalls weiß ich, was Du ein

             Osterei nennst. Schokolade ist etwas zum Essen, vermute ich?

Kind:   Braun, süß und lecker.

Mann: Kann ich so eines probieren?

Kind:   Erst muss ich eins finden.

Mann: Was uns zu Geschenken bringt. Wer schenkt wem was?

Kind:   Sie nennen es Osterhase; meine Vermutung ist die Großen.

Mann: Die Großen schenken allen Kleinen was, und heißen dann Osterhasen?

Kind:   Das ist eine gute Erklärung. Die Großen schenken sich aber auch gegenseitig was.

Mann: Alle sind Osterhasen?

Kind:   (lacht) Ja, alle sind Osterhasen.

Mann: Also warum jemand Hase wird, wenn er schenkt - sei's drum. Hasen, Eier, Geschenke. Sag mir, warum gibt es

             Geschenke? Denn für Geschenke braucht es einen Grund.